Stimmtraining: Warum Furzen die Stimme schön macht! Tipps für eine angenehme Sprechstimme

Stimmtraining: Warum Furzen die Stimme schön macht! Tipps für eine angenehme Sprechstimme

Eine weiche sonore Stimme, ein voller warmer Stimmklang der das Gegenüber überzeugt. Jene Stimme, die den Atem aller Anwesenden im Raum stocken lässt: Und auf einmal lauschen beim Team-Meeting alle nur noch dieser einen Person. Viele meiner SchülerInnen wollen genau das beim Gegenüber bewirken – aber wie? Erfahre hier, warum Entspannungslaute so wichtig für die Sprechstimme und die Gesangstimme sind (inklusive Stimmtraining).

Psst! Nicht so laut …

Eine angespannt klingende Stimme hat ihren Ursprung oft in der Kindheit 

Denke an Sätze, wie z.B:

  • Beiß die Zähne zusammen.
  • in der Öffentlichkeit Gähnen gehört sich nicht.
  • reiß dich zusammen!
  • Und Furzen sollte man eigentlich nie ;-).

Diese Sätze wirken destruktiv. Wenn Kinder diese Sätze verinnerlichen, wird es schwer, diese als Erwachsene wieder abzutrainieren.

Viele Erwachsene beißen tatsächlich die Zähne zusammen, auch wenn sie vor Wut eigentlich lieber schreien würden.
Die Folge: Eine erhöhte Zahnarztrechnung und ein verkrampfter Kiefer, bei dem die Stimme flach und angespannt klingt.
Psychotherapeuten, Stimmtrainer und Coaches wissen, dass unterdrückte Gefühle auf Dauer psychisch krank machen.

Entspannter Geist / Körper = entspannte Stimme

Doch genau diese körpereigenen Töne passieren uns, damit der Körper Spannungen und Stress abbauen kann.

Wenn wir aber genau diese Seufzer, Schluchzer, Stöhner und Ächzer unterdrücken, so kann der Körper den Stress schlechter abbauen und er bleibt im Körper stecken.
Die Folge ist oftmals ein unausgeglichener, gestresster Körper.

In meinen Trainings ermutige ich meine Klienten dazu, die Stimme loszulassen und herzhaft zu Gähnen und zu Ächzen. Für die meisten ist das anfangs unangenehm und sie fühlen sich dabei komisch / kindisch, doch mittlerweile gähnen meine Stammschüler schon automatisch, wenn sie ins Training kommen.

Neben einer hörbar resonanter klingenden Stimme bekommen meine Schüler ein Feedback besonders oft, nämlich: „Du wirkst auf einmal so entspannt und in dir ruhen.“

Eine meiner Klienten klagte anfangs über eine zu hohe Stimme. Bei Meetings könne sie sich deswegen oft nicht durchsetzen. In der Stimmanalyse stellte sich dann heraus, dass sie, wahrscheinlich um schlank zu sein, ihren Bauch immer anspannte. Als wir uns im Einzeltraining mit diesem Bereich dann näher beschäftigten und sie anfing, sich zu entspannen und loszulassen, musste sie auf einmal furzen.

Die Folge: Da die Spannung vom Schließmuskel und dem Becken auch Auswirkungen auf die Spannung des Bauches hat und umgekehrt, gab es eine Kettenreaktion.

Mittlerweile, so erzählte sie mir kürzlich, bekommt sie von vielen Menschen Komplimente für ihre angenehme Stimme.

 

Ein entspannter Körper ist auch durchlässig für die Stimme.

Vereinfacht gesagt: Der Körper ist unser Instrument, die Luft wird durch das Zwerchfell zum Schwingen gebracht und je nach Intensität dieser Schwingung ändert sich auch die Dichte des persönlichen Stimmklangs. Je besser wir unseren Körper wahrnehmen und je entspannter er ist, desto leichter kann die Stimme in unseren Resonanzräumen wie in einer Höhle schwingen.

Je entspannter die inneren Organe sind, desto leichter kann die Stimme ihren Weg auch ins Becken finden.

Stimmtraining mit Entspannungslauten: 

Bevor du mit der eigentlichen Übung beginnst, strecke dich und dehne deinen ganzen Körper. Schüttele deinen Körper aus und dann beginne mit der Übung:

  1. Stelle dich hin und schließe die Augen.
  2. Konzentriere dich auf dein Herz, du kannst auch die Hände auf den Herzbereich legen, das erleichtert den Fokus, den du jetzt in diesem Bereich hast.
  3. Spüre den Puls im Körper und nimm deinen Atem wahr. Wie ist er? Versuche, den Atem nicht zu beeinflussen, sondern nimm ihn einfach nur wahr.
  4. Richte jetzt deine Aufmerksamkeit auf deine Füße und stell dir vor, dass Wurzeln in den Boden hineinwachsen, bis tief hinein, in den Mittelpunkt der Erdkugel.
  5. Jetzt wandere mit der Aufmerksamkeit zum Scheitel deines Kopfes und stell dir vor, dass ein Faden an deinem Kopf befestigt ist, der dich leicht nach oben zieht und aufrichtet. Allein der Gedanke wird deine Haltung verändern. Lasse es zu.
  6. Stell dir jetzt vor, dass deine Augen nach innen gehen, in den Kopf. Stell dir auch vor, dass der Innenraum des Körpers ganz leer wird und wandere mit dem inneren Körperauge vom Kopf bis in die Fußsolen.
  7. Visualisiere die Wirbelsäule.
  8. Während du den Körper so abscannst, kann es vorkommen, dass du schon anfängst zu gähnen. Gib dem nach.
  9. Lokalisiere als nächstes, wo du Spannungen im Körper spürst.
  10.  Atme in den Körperbereich hinein und stell dir bei jedem ein- und ausatmen vor, wie du sämtliche Spannungen entlässt. Fange an, die Spanngen erst einmal auszuatmen, zum Beispiel mit einem stummen AHHHH, dann gib dem ganzen einen Ton und gähne, ächze, stöhne, etc.
  11. Es kann sein, dass du nun den Drang verspürst, bestimmte Körperteile zu bewegen. Gib dem nach und verstärke gleichzeitig auch die Sounds, die du schon losgelassen hast.
  12. Nach etwa 10 – 15 Minuten, gönne dir eine bewusste Pause. Horche in dich hinein und schaue, ob sich etwas verändert hat. Vielleicht bist du jetzt schon ein wenig entspannter und deine Stimme ein wenig tiefer.

Möchtest du auch an deiner Stimme arbeiten? Buche eine Einzelstunde oder komm zum Training nach Salzburg. Mehr Infos findest du auf: www.stimmdesign.com

Weitere Inhalte: Stimmtraining, Sprechtraining, Atemübung

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